Viele haupt-, neben- und ehrenamtlich Tätige in der Kinder- und Jugendarbeit stehen vor der gleichen Herausforderung: Wie gehe ich mit jungen Menschen um, die provozieren, stören oder Grenzen austesten? Manchmal bleibt aufgrund von Zeitdruck, personellen Engpässen oder auch Hilflosigkeit am Ende nur die Antwort „Wer stört, fliegt halt raus“ – doch gerade diese jungen Menschen brauchen unsere Aufmerksamkeit, Zuwendung und Halt am meisten. Herausforderndes Verhalten im Kindes- und Jugendalter entsteht nicht im luftleeren Raum und ist immer Ausdruck einer Über- oder Unterforderung und ein Beziehungsangebot an Erwachsene im beruflichen/ ehrenamtlichen Kontext. Dahinter stehen Fragen wie „Kann ich dir trauen?“ „Bin ich hier sicher?“ „Hilfst du mir, meinen Platz zu finden?“.
Fest steht: Herausforderndes Verhalten ist immer ein Prozess zwischen Beteiligten. Eine verstehende Zugangsweise stellt die Frage nach genau diesen Dynamiken. Dabei geht es zunächst darum, die richtigen Fragen zu stellen – die Antworten können sehr bunt und vielfältig, manchmal genauso verstörend wie das Verhalten selbst sein. Wichtig ist dabei immer die grundlegende Orientierung: Raus aus der Ohnmacht. Denn für herausforderndes Verhalten gilt: Das Gegenteil von Scheitern ist nicht der Erfolg, das Gegenteil von Scheitern ist Handeln! SEMINARKATALOG 2026 des Kreisjugendring N ordfriesland e.V. • Stand 18.12.2025 • Seite 21 Erwachsene müssen sich deshalb ihr eigenes Verhalten und ihre Motive bewusst machen und anhand entwicklungspsychologischer Informationen reflektieren. Fragen wie: „Welche typischen Bedürfnisse und Möglichkeiten haben junge Menschen einer bestimmten Altersgruppe?“ und „Trage ich womöglich mit meinem Verhalten und meinen Erwartungen zu einer Überforderung bei?“ sind unerlässlich für eine gelingende, authentische und kind- oder jugendgerechte Kommunikation sowie für ein konstruktives Miteinander.
Der Fachtag soll dafür sensibilisieren, dass hinter herausforderndem Verhalten zumeist ein guter Grund und eine Not steckt. In Fachimpulsen und Workshops werden Ursachen beleuchtet und Handlungswege erarbeitet, die helfen, neue Perspektiven für schwierige Situationen zu gewinnen – damit Teilhabe am Ende für alle möglich bleibt. Er ist als Verlängerung der JuLeiCa anerkannt. Anmeldung mit Angabe der Seminarnummer über das Anmeldungsformular auf www.kjrnf.de. Für Getränke, warmes Mittagessen und Snacks ist gesorgt. Für die Teilnahme wird eine Unkostenpauschale in Höhe von 10,- Euro erhoben, die nach erfolgter Anmeldung zu entrichten ist.